Vom Wüstensand zum Atlantikstrand
Fünf-Länder-Reise durch Mali, Burkina-Faso, Ghana, Togo, Benin
Unsere "Große Westafrika Reise" im Überblick
| „MALI SPEZIAL“, 8 Tage |
| 1. TAG, FR |
OUAGADOUGOU/ BURKINA FASO ANKUNFT MIT BRUSSELS AIRLINES, HOTELTRANSFER |
RAN HOTEL *** -/- |
| 2. TAG, SA |
SEVARE-MOPTI/ MALI 450 KM FAHRT VON „OUAGA“ NACH SEVARE/ MALI |
HOTEL BYBLOS** F/A |
| 3. TAG, SO |
SEVARE-MOPTI 80 KM GANZTÄGIGE PINASSENFAHRT AUF DEM NIGER ZWISCHEN KONNA UND MOPTI |
HOTEL BYBLOS** F/A |
| 4. TAG, MO |
SEVARE-MOPTI 250 KM TAGESAUSFLUG NACH DJENNE ZUM MONTAGSMARKT |
HOTEL BYBLOS** F/A |
| 5. TAG, DI |
TIMBUKTU INLANDFLUG NACH TIMBUKTU, ORTBESUCH |
HOTEL COLOMBE** F/A |
| 6. TAG, MI |
BANDIAGARA - DOGONLAND 120 KM INLANDFLUG ZURÜCK NACH MOPTI, FAHRT INS DOGONLAND UND BESUCH VON SONGHO UND NIONGONO |
HOTEL LA FALAISE** F/A |
| 7. TAG, DO |
BANDIAGARA - DOGONLAND 90 KM TAGESAUSFLUG ZUR FALAISE VON BANDIAGARA/ TELI |
HOTEL LA FALAISE ** F/A |
| 8. TAG, FR |
OUAGADOUGOU 450 KM RÜCKFAHRT NACH OUAGADOUGOU |
RAN HOTEL *** (2xDY) F/A |
| Von BURKINA FASO nach GHANA, 8 Tage |
| 8.TAG, FR |
OUAGADOUGOU/ BURKINA FASO ANKUNFT MIT BRUSSELS AIRLINES, HOTELTRANSFER |
RAN HOTEL *** F/A |
| 9. TAG, SA |
BOLGATANGA/ GHANA 230 KM BESUCH VON TIÉBELE |
CRYSTEL HOTEL *** F/A |
| 10. TAG, SO |
TECHIMAN 400 KM BESUCH DER KINTAMPO WASSERFÄLLE |
PREMIER PALACE *** F/A |
| 11. TAG, MO |
LAKE BOSOMTWI 170 KM BESUCH VON KUMASI |
LAKEPOINT GUEST HOUSE *** F/A |
| 12. TAG, DI |
EL MINA 210 KM BESUCH DES KAKUM NATIONALPARKS |
BRIDGE HOUSE ** F/A |
| 13. TAG, MI |
EL MINA 20 KM BESUCH DER SKLAVENBURGEN UND EIN HALBER STRANDTAG AM ATLANTIK |
BRIDGE HOUSE ** F/A |
| 14. TAG, DO |
ABURI 250 KM BESUCH DES BOTANISCHEN GARTENS |
LITTLE ACRE *** F/A |
| 15. TAG, FR |
ACCRA 70 KM ORTBESUCH |
AVIA HOTEL *** (2xDY) F/A |
| Von Ghana nach TOGO und BENIN, 6 Tage |
| 15. TAG, FR |
ACCRA/ GHANA ANKUNFT MIT BRUSSELS AIRLINES, HOTELTRANSFER |
AVIA HOTEL *** -/- |
| 16. TAG, SA |
BADOU/ TOGO 130 KM BESUCH DES GRÖßTEN KÜNSTLICHEN BINNENSEES DER WELT - AKOSOMBO |
HOTEL BADOU* F/A |
| 17. TAG, SO |
LOMÉ, 180 KM WANDERUNG DURCH DEN REGENWALD ZU DEN AKLOA WASSERFÄLLEN |
HOTEL IBIS **** F/A |
| 18. TAG, MO |
GRAND POPO/ BENIN, 75 KM BESUCH VON LOMÉ UND TOGOVILLE |
AUBERGE GRAND POPO*** F/A |
| 19. TAG, DI |
GRAND POPO, 35 KM VOUDOU IN OUIDA, AT LEASURE |
AUBERGE GRAND POPO*** F/A |
| 20. TAG, MI |
COTONOU 60 KM DIE FISCHGÄRTEN VON GANVIE - RÜCKFLUG NACH EUROPA |
-/- F/A |
TAGESPROGRAMM
1. Tag, Freitag, Flug nach OUAGADOUGOU - Burkina Faso
Gegen Abend Ankunft mit Brussels Airline in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Faso's. Hoteltransfer, Begrüßung durch den Reiseleiter, Reisebesprechung, Geldwechsel. Unser Hotel hat einen Swimmingpool.
2. TAG, Samstag, Fahrt nach SEVARE - Mali (450 KM)
Die recht einsame Fahrstrecke in das kulturelle Zentrum nach Mali führt über Teerstrassen und Pistenabschnitte durch eine typische Landschaft der Trockensavanne. Baumwolle, Hirse, Erdnüsse und Tabak zieren je nach Jahreszeit den Straßenrand, Affenbrotbäume und Akazien, hellblaue Senegalracken und braune Milane beleben das weitläufige Landschaftsbild. Nicht weit nach der Grenzüberschreitung durchfahren wir die ersten Dogondörfer mit ihren typischen, zylindrisch gebauten Vorratsspeichern und am Horizont eröffnet sich uns das Bild der Ausläufer des berühmten Bandiagara-Steilabfalls. Hallo Mali, wir kommen!
Übernachtung im einfachen, aber sehr sauberen Hotel Byblos, welches von einer Libanesin geführt ist, die seit über 40 Jahren in Mali lebt. Kann es ein geschmackvolleres Abendessen geben als Lailas Hummus, Taboulé, Falafel und Fatousch?
3. TAG, Sonntag, PINASSENFAHRT auf dem Niger von Konna nach Mopti (100 Km)
In Konna, einer kleinen Peulsiedlung rund 60 Km nördlich von Mopti am Nigerfluss gelegen, erwartet uns eine traditionelle Pinasse, mit der wir zurück nach Mopti fahren werden. Pinassen sind zehn bis dreißig Meter lange Flachbodenboote aus dem hartem Holz des Cailcedrat - Baumes, ausgestattet mit festen Sitzbänken, einem Strohdach und einem Außenbordmotor.
Im Binnendelta gibt es keine angenehmere Art des Reisens als mit einer traditionellen Pinasse. Stets weht eine angenehme, erfrischende Brise, wir haben Zeit, in Ruhe Photoaufnahmen von Dorfszenen am Ufer oder von der Vogelwelt zu machen. Die Vielfalt der Vogelwelt ist hier beeindruckend. Es zeigen sich blau gefiederte Eisvögel, weiße Kuh - und Fischreiher, Seeadler, schwarze Milane, Webervögel und Bussarde. Auf flachen Sandbänken stellen Kormorane ihr Gefieder zum Trocknen auf. Riesige Rinderherden der Peul-Hirten bevölkern die nahrhaften Uferzonen. Zur richtigen Jahreszeit, zwischen November und Februar, treiben die Hirten auf ihrer Wanderung Hunderte von Tiere ins Wasser, schwimmen ihnen hinterher, um am anderen Ufer den Weg fort zu setzten - das wilde Gebrüll der Rinder, das Anpeitschen und Schreien der Hirten wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Am Ufer des Flusses der Flüsse leben die Bozo. Sie sind Fischernomaden und ziehen je nach Wasserstand dem Fischreichtum des Flusses hinterher. Beim Besuch ihrer Strohhüttendörfer lernen wir ihre Fischfang - und Konservierungsmethoden kennen.
Bei kalten Temperaturen im Januar und Februar kommt sogar das Flusspferd aus dem Wasser, um sich die dicke Haut in der Sonne aufzuwärmen. In Kottaka besuchen wir eine der schmucken, mit viel Liebe aufgebauten Lehmbaumoscheen, die überall wie kleine Schlösschen aus "Tausend und einer Nacht " aus den Uferdörfern hervorragen. Sie sind Ausdruck eines tiefen islamischen Glaubens, der dieser armen Flussbevölkerung Zufriedenheit und Zuversicht gewährt.
Am Spätnachmittag Ankunft in Mopti in der berühmten "Bar Bozo". Das Leben Malis präsentiert sich hier wie auf einer Filmleinwand. Wir genießen ein kühles Getränk und werfen von dort einen Blick auf das bunte Leben im Pinassenhafen, wo schwere Ballen von geräuchertem Fisch angelandet werden, Männer und Frauen sich in aller Ruhe neben eingeseiften Schafen waschen und Kinder mit selbst gebastelten Flugzeugen aus Konservendosen spielen. Neben dem Eingang zur Bar Bozo arbeitet eine Pinassenwerft. Die kiellosen Holzboote werden entlang den Spannten aufgeplankt, wobei die grob geschnittenen Hartholz-Bretter in der Mitte geklammert werden. Interessant ist dabei zuzusehen, wie Schmiede vor Ort die Nägel und Krampen aus Eisenschrott schmieden. In einem Land ohne nennenswerte industrielle Produktion muss man sich zu helfen wissen!
Übernachtung wieder in unserem Hotel Byblos bei Laila.
4. TAG, Montag, Tagesausflug nach DJENNE zum Montagsmarkt (240 Km)
Nach rund 120 Km auf guter Teerstrasse erreichen wir den Banifluss und kommen in Djenne an.
Djenne ist Geschichte! Wer die mittelalterlich anmutende Stadt vor Einsetzen des hektischen Markttreibens erkundet und wer sich in den engen Gassen zwischen den aus Flusslehm erbauten Quaderbauten Zeit lässt, verweilt und besinnt, der wird sich angesichts der zahlreichen historischen Zeugnisse und der ursprünglichen Lebensweise der Einwohner in einem lebendigen Freilichtmuseum wähnen! Kenner Afrikas charakterisieren Djenne deshalb als unübertroffenes Beispiel einer bis heute authentisch lebenden Sahelstadt. So, wie Sie die Stadt heutzutage erleben, soll es vor Jahrhunderten überall im Binnendelta des Niger zugegangen sein! Aus diesem Grunde ist Djenne Weltkulturerbe der UNESCO.
Während des Wasserhöchststandes des Baniflusses ist Djenne eine Flussinsel und genießt eine ausgezeichnete Schutzlage. Die Insellage der Stadt garantiert den Baustoff der Lehmhäuser und Moscheen und ist zugleich auch Grund der traditionellen wirtschaftlichen Verflechtung mit der "Zwillingsstadt" Timbuktu: Auf Pinassen gelangten vor allem Gold und Sklaven nach Norden und wurden eingetauscht gegen das so wichtige Saharasalz aus den Tagesabbaustätten von Taoudenni.
Im Herzen der Stadt liegt die weltgrößte Lehmmoschee aus dem Jahre 1907/08. Der quadratische Rechteckbau mit seinen Portaleingängen, Zinnen und Türmen ist das größte Lehmbauwerk der Welt. Die Fassade ist durch nach vorne versetzte Minaretttürme gegliedert, die von den charakteristischen Holzbalkenbündeln der sudanesischen Lehmmoscheen geprägt sind. Alle drei Türme enden in von Straußeneiern gekrönten Zinnen. Straußeneiern werden im gesamten westafrikanischen Sahel magische Abwehrkräfte nachgesagt.
Heute ist Montag - der wöchentliche Markttag in Djenne. Wir lassen unseren Bus am Baniufer zurück und überqueren den Seitenarm des Niger mit einer Piroge. Am anderen Ufer erwartet uns ein Transferbus nach Djenne. Machen Sie sich gefasst auf "Afrika pur"! Auf dem freien Platz vor der großen Lehmbaumoschee werden alle Produkte der Region in einem kaum zu übertreffenden Markszenario angeboten. Okra-Schoten, Tamarinden, Baobabblätter, Malvenblätter, geräucherter Fisch, Chilischoten, getrocknete Zwiebeln und Tomaten, Feigen, Mangos usw. werden korbweise von schwitzenden Marktfrauen aufreißerisch feilgeboten. Der Markt gleicht einem Ameisenhaufen. Das ist echtes, traditionelles Afrika! Afrika pur!
Am Spätnachmittag fahren wir zurück in unser Hotel in Sevare.
5. TAG, Dienstag, Inlandflug nach TIMBUKTU
Am frühen Morgen 7:00 Check-in zum Inlandflug nach Timbuktu.
Timbuktu, die bis 1890 für "Ungläubige" verbotene Stadt, hat für Europäer bis heute einen legendären Ruf. Eine Reise nach Timbuktu gilt als Abenteuer "bis ans Ende der Welt" oder gar als "Fahrt in die Hölle". Bis zum 19. Jahrhundert scheint das gerechtfertigt, denn zwischen dem 16. Jahrhundert und 1853 versuchen mindestens 43 Abenteurer und Entdecker die Stadt zu betreten - gerade vier von ihnen gelingt es. Ein wahres Rennen auf Timbuktu setzt ein, als die Geographische Gesellschaft 1824 in Paris jenem Entdecker 10.000 Goldfranken verspricht, der als Erster lebendig von der Stadt zurückkehrt und einen glaubhaften Bericht von den dortigen Zuständen liefern kann.
Bis heute, zu Beginn des dritten Jahrtausends, hat Timbuktu nichts von seinem Abenteurercharakter verloren. Die Stadt ist nur per Flugzeug, mit Vierrad angetriebenen Geländefahrzeugen oder auf dem Wasserweg erreichbar. Hier fand 1968-73 die große Dürreperiode statt, die Tausende von Nomaden in die Städte trieb.
Wir besuchen die ehemaligen Wohnhäuser der drei großen Entdecker René Caillée, Heinrich Barth und Oskar Lenz. Barth's Haus ist mit finanzieller Hilfe des Deutschen Auswärtigen Amtes und des Heinrich-Barth-Instituts in Köln als lebendige Gedenkstätte renoviert. Abd al-Karim (Pseudonym Barths) bekam dieses Haus von seinem damaligen Freund und Beschützer Scheikh al-Baqgau zur Verfügung gestellt, durch die Bilder - Dokumentation führt uns ein einheimischer Bewohner des Hauses.
Wir betreten auf unserem Stadt-Rundgang am Vormittag die Djinguerè-ber-Moschee, 1327 von einem andalusischen Architekten, Es-Saheli, erbaut und von König Kankan Moussa in Auftrag gegeben. Weiter im Norden stoßen wir auf die Sankoré-Moschee, die ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert in ihrer Eigenschaft als bekannte theologisch-juristische Universität hatte. Aus dem frühen 14. Jahrhundert schließlich stammt die Sidi-Yahya-Moschee. Sie wurde auf Grund einer Prophezeiung des Marabouts El-Mokhtar Hamdallah errichtet. Angeblich war die Ankunft eines Heiligen in Timbuktu zu erwarten. Jahrzehnte später durchquert der marokkanische Chérif Sidi Yahya die Wüste und fragt in Timbuktu nach den Schlüsseln. Daraufhin wird er zum Imam der Moschee erklärt und ist heute einer der 333 Heiligen der Stadt.
Überzeugen Sie sich selbst davon, was es mit dem Geheimnis umwitterten Timbuktu auf sich hat, am besten in der reichen Schriftensammlung des Centre Ahmed Baba. Oder wollen Sie einfach mal ganz alleine durch die Gassen Timbuktus wandeln und sich an Heinrich Barth erinnern, der vor ca. 150 Jahren nach seiner langen Reise unter unvorstellbaren Entbehrungen und mit höchstem Lebensrisiko diese Stadt endlich erreichte? Das Mysteriöse und Mythische lässt sich mit Sicherheit nicht in Worte fassen. Lassen Sie sich stattdessen vom Flair der Stadt inspirieren!
Übernachtung im Hotel " La Colombe" oder Hotel "Desert".
6. Tag, Mittwoch, Inlandflug nach Mopti und Fahrt ins DOGONLAND nach NIONGONO (90KM)
Nach unserer Rückkehr mit dem Inlandflug nach Sevare/ Mopti unternehmen wir zwei Tagesausflüge ins Dogonland.
Wir sollten wissen: Im Zuge der gewaltsamen Islamisierung hat sich das animistische Volk der Dogon zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert in den zerklüfteten Steilabfall (franz. Falaise) von Bandiagara geflüchtet. Erst durch die ethnologischen Studien von Marcel Griaule in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Dogon der Außenwelt bekannt. Ihren vom Ahnenkult bestimmten Glauben haben die Dogon bis heute bewahrt. Auch heute noch erlebt der Besucher "überall eine erstaunliche Religiosität, das Heilige schwebt in jedem Winkel, alles erscheint weise und schwer" (Michael Leiris 1932). Die Einteilung der Felder, der Bau und die Himmelsrichtung der Palaverhütten, die Aufteilung der Wohnhäuser, die Anordnung der Türen, Decken, Terrassen, Nischen und Balken - alles ist Ausdruck der religiösen, mythologischen Anschauung der Dogon.
Auf einer unbefestigten Piste durch die karge Trockensavanne fahren wir heute mit Geländefahrzeugen ins rund 25 KM entfernte Niongono. Der Ort ist ein typisches Beispiel für die Bauweise der Dogon im 12. und 13. Jahrhundert, als die animistische Bevölkerung vor den islamischen Reiterheeren floh und zu ihrem Schutz Siedlungen hoch oben auf dem Plateau eines Berges zu errichten suchte. Die Felskuppendörfer haben bis heute festungsartigen Wehrdorfcharakter und sind nur zu Fuß und einzeln begehbar. Nach der Befriedung ist Niongono langsam "herunter gewachsen", d.h. die älteren Wohnhäuser stehen auf den Bergkuppen, die jüngeren weiter unten. Fensterlose, geschlossene Bauten aus Lehm und kunsthandwerklich betonte Schloss und Riegel betonen bis heute die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber allem Fremden. Hinzu kommt, dass der Ort von Touristen nicht häufig aufgesucht wird, weil er in den literarischen Reiseführern selten aufgeführt ist. Machen Sie sich also auf ein recht authentisches Erlebnis gefasst!
Hotel Byblos.
7. TAG, Donnerstag, DOGONLAND - TELI (60Km)
Unser heutiger Ausflugstag führt uns über Djgibombo in den südlichen Teil der spektakulären Falaise von Bandiagara nach Teli und Enndé. Hier erleben wir auf unserer rund vierstündigen Wanderung authentische Ahnenhäuser, Fetischaltäre, Toguna-Palaverhütten und Hogonhaus-Fassaden aus nächster Nähe. Wir erkennen sogar die an der Felswand herunterhängenden Seile, mit denen die Toten in die Grabstätten hinaufgezogen werden. Ein Maskentanz bittet das Reich der Ahnen, die Toten wohlwollend aufzunehmen. Wir werden einem solchen Maskentanz beiwohnen. Es ist herrlich zu erleben, wie die Stockwerkmasken, Hyänen - und Kanagamasken zu neuem Leben erwachen!
Am Spätnachmittag Rückkehr in unser Hotel in Bandiagara. Hotel La Falaise.
8. TAG, Freitag, Überlandfahrt zurück nach "OUAGA" (420 Km)
Wir verlassen heute Mali und kehren auf gleicher Strecke zurück nach Burkina Faso - Ouagadougou wie wir gekommen sind.
Die über eine Million Einwohner zählende Hauptstadt Burkina Fasos, deren Grundstein bereits im 11. Jahrhundert gelegt wurde, verfügt nur über wenige Baudenkmäler, doch sie ist reich an Grünanlagen, schattigen Parks und breiten Boulevards, was der Stadt ihr besonderes Flair verleiht. Vor allem jedoch ist Ouaga, wie es liebevoll von seinen Bewohnern genannt wird, bekannt als Kulturmetropole, in der als Biennale das bedeutendste Filmfestival Afrikas Fespaco, die größte afrikanische Handwerksmesse SIAO, sowie zahlreiche andere Musikereignisse, Kunstausstellungen und Festivals stattfinden.
Falls uns nach der Fahrt noch etwas Zeit verbleibt, besuchen wir das "Village Artisanal". Es wurde im Jahr 2000 auf Initiative der luxemburgischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Auf einem 3 Hektar großen Terrain stellen über 300 Kunsthandwerker aus 25 Branchen ihre Waren in hervorragender Qualität her und bieten sie zum Verkauf an. Wir können den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Ob Textilien, Schmuck, Lederwaren, Holzskulpturen oder Musikinstrumente, hier können Sie entspannt, ohne von den Händlern bedrängt zu werden, einkaufen!
Hotel Ran F/A
9. TAG, Samstag, Fahrt nach Bolgatanga/ Ghana und Besuch der Lehmmalereien in TIÉBÉLÉ (230 Km)
Nur wenige Kilometer vor der Grenze nach Ghana biegen wir nach Osten von der Hauptstrasse ab und erreichen nach einer einstündigen Pistenfahrt Tiébélé.
Die etwa 18.000 Einwohner zählende Gemeinde wird bewohnt vom Stamm der Kassena und ist bekannt durch Wandmalereien, mit denen die Frauen ihre Lehmbauten verzieren. In einem geographischen Dreieck Tiébélé - Navrongo - Sirigu stehen hier in flacher Savannenlandschaft abgerundete, festungsartige, zumeist doppelstöckige Lehmbauten, die mit Farben aus natürlichen Rohstoffen und mit "Händen als Pinsel" bemalt sind. Die aufgemalten Motive repräsentieren die zerbrochene Kalebasse, Zickzacklinien die Flügel der Fledermaus... Da die Farben der jährlichen Regenzeit nicht widerstehen, müssen sie von den Frauen in Gemeinschaftsarbeit jedes Jahr neu aufgetragen werden. Motive und Farbtöne gelten deshalb als Spiegelbild des aktuellen,inneren Seelenzustandes der Kassena-Frauen. Selbst Le Corbusier ließ sich von den Alltagssymbolen der Kalebassenscherben, Fischernetze und Hühnerspuren inspirieren. Die natürlichen Farben aus Graphitpulver und Speckstein werden auf einen roten Untergrund aus Lehm, Wasser und Nere-Schoten aufgetragen und verleihen den Häusern jene faszinierende Ausstrahlung, die im berühmten Bildband " Die Farben Afrikas" festgehalten werden. Dieser Ort ist eine Fundgrube für Motive suchende Hobbyphotografen!
Am Spätnachmittag überschreiten wir die Grenze nach Ghana und übernachten im erstaunlich guten "Crystal Palace Hotel " in Bolgatanga.
10. TAG, Sonntag, KINTAMPO WASSERFÄLLE - Techiman (400 Km)
Wir haben heute die erste längere Tagesfahrt vor uns. Früh morgens geht es auf guter Teerstrasse Richtung Süden nach Tamale, wo wir unweit den Weißen und Schwarzen Volta überqueren.
Wir verlassen die semi-aride, savannenartige Vegetationszone - hitzewiderstandsfähige, isoliert stehende Bäume wie der Baobab, der Karitébaum, der Mangobaum und die Akazie werden verdrängt von einem zusammenhängenden Florateppich, dem tropisch-feuchten Regenwald. In den Dörfern ersetzen christliche Kirchen die zumeist aus Lehm geschaffenen Moscheen und signalisieren einen Kulturwandel, den wir auf unserem Weg nach Süden deutlich beobachten können.
Gegen Mittag erreichen wir die insgesamt 70 Meter hohen Kintampo Wasserfälle mit ihren mehrstufigen Kaskaden. Erstmals auf dieser Reise überdachen uns die Baumkronen tropischer Urwaldriesen und wir finden einen romantischen Platz für unser improvisiertes Mittagspicknick.
Übernachtung in Techiman in einem guten Hotel der Mittelklasse.
11. Tag, Montag, Lake Bosomtwi - KUMASI (170 Km)
Wir erreichen nach rund 130 Km Kumasi, die Hauptstadt des Ashanti-Stammes.
Mit rund 1,3 Millionen Einwohnern ist Kumasi nicht nur die zweitgrößte Stadt Ghana's, sie ist auch ihr heimliches Kulturzentrum. Die Legende vom heiligen Stuhl, ein vom Himmel gesandtes Geschenk, aus purem Gold und von den Ashanti ein streng gehütetes Geheimnis, präsentiert die Entstehungsgeschichte von der Einheit des Ashanti - Volkes. Zusammen mit der "Unabhängigkeitswanne", die die Ashanti für die Briten in der Kolonialzeit mit Gold als Steuer auffüllen mussten und letztlich verweigerten, symbolisieren heute beide Gegenstände Ursprung, Einheit und Unabhängigkeit der Ashanti - Kultur.
Auf dem Grundstück des Ghana National Cultural Centre, im Herzen der Stadt, ist das historische Prempeh II Jubilee Museum bestens geeignet, die Geschichte der Ashanti Könige zu vermitteln. In über das ganze Gelände verteilte Werkstätten für Weberei, Holz-Schnittkunst, Töpferei und Metallverarbeitung kann der Besucher sich einen Überblick zum ghanaischen Kunsthandwerk verschaffen und seine Produkte zu einem recht günstigen Preis erstehen. Vielleicht haben wir heute sogar das Glück, dem rund alle sechs Wochen stattfindenden Adae-Fest beizuwohnen, zu dem der König die Huldigung seines Volkes entgegennimmt. Das Kulturzentrum ist eine lebendige, kulturelle Einrichtung und mit zahlreichen sporadischen Veranstaltungen gut genug für eine tägliche Überraschung!
Nicht weit entfernt vom Kulturzentrum liegt der Kejetja - Zentralmarkt Kumasi's, der größte Markt Westafrikas. Auf einem ca. 15 ha großen Gelände erleben wir das afrikanische Non- plus Ultra an Geschäftstüchtigkeit und Produktenreichtum. Lassen Sie sich von Chaos und Lärm nicht entmutigen, denn hier finden Sie die größte Auswahl von Schneidern und Kente -Stoffen in Ghana. Wer diese bunten, so typisch afrikanischen Stoffe liebt, der kann sich hier innerhalb kürzester Zeit maßgeschneidert neu einkleiden lassen. Wagen Sie es, Symphatien garantiert!
Am Nachmittag verlassen wir die hektische Stadt und fahren durch lieblich grüne Waldlandschaft zum Bosumtwi See. Bosumtwi ist ein Meteoritenkrater, der durch einen Einschlag vor 1,07 Millionen Jahren entstand und heute einen 80 Meter tiefen und acht Kilometer breiten abflusslosen See beherbergt. Unsere Unterkunft liegt an einen gepflegten Sandstrand, das glasklare Süßwasser lädt zu einem erfrischenden Bad ein. Vom Ufer aus können wir den Fischern zusehen, wie sie auf schmalen Holzlatten durchs Wasser gleiten und mit Händen und Füßen rudern, um ihre Netze auszuwerfen. Nach dem Glauben der Ashanti wohnt ihr wichtigster Gott Twi im Bosumtwi See, und der mag kein Eisen. Aus diesem Grunde durften lange Zeit keine eisenhaltigen Gegenstände ins Wasser gelangen, woraus sich diese besondere Technik des Fischens entwickelte, die man heute noch beobachten kann.
Übernachtung in einem sehr gepflegten Guesthouse mit Bungalows direkt am See gelegen. Bademöglichkeit in einer herrlichen Landschaftskulisse!
12. TAG, Dienstag, KAKUM NATIONALPARK - El Mina (210 Km)
Das 350 qKm große Regenwald - Schutzgebiet 30 Km nördlich von Cape Coast ist ein Beispiel für vorbildhaften Schutz und Pflege einer vom Aussterben bedrohten Fauna und Flora in einem empfindlichen tropischen Ökosystem. Seltene Tiere wie Waldelefanten, Riesenwildschweine, Waldbüffel, Bongo - die Waldantilope, über 500 Arten von Schmetterlingen und über 200 Vogelarten haben hier Zuflucht gefunden. Um Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Kampf des Überlebens nicht zu stören und um gleichzeitig dem Besucher einen größtmöglichen Einblick in die Welt des Regenwaldes zu gestatten, wurde der Canopy Walk eingerichtet, ein Wanderpfad auf einer rund 350 Meter langen und bis zu 30 Meter hohen Hängebrücke. In der Höhe von Baumwipfeln erklärt uns ein lokaler Führer des Parks die grüne Welt der Baumriesen während einer zweistündigen Wanderung durch den tropischen Regenwald.
Ankunft am Spätnachmittag in El Mina und Übernachtung in einem historisch-authentischen Warenlager, das zu einem Hotel umgebaut wurde.
13. TAG, Mittwoch, EL MINA und CAPE COAST (20 Km)
Die Szenerie vor der Tür unseres Hotels in El Mina begeistert: ein Heer von bunten Fischerbooten umlagert die Hotelterrasse vor dem Hintergrund einer gut erhaltenen Sklavenburg. Der Geruch des nahen Fischgroßmarktes liegt in der Luft. Das ist lebendiges, authentisches Afrika zum Anfühlen!
Wir wohnen im Bridge House, einem historischen Gebäude mitten in El Mina. Zur kolonialen Epoche der Holländer im 17. Jahrhundert als erstes Warenlager in El Mina erbaut, wurde das Gebäude im Jahr 2000 vom Coconut Grove Beach Resort übernommen, renoviert und dient heute nicht nur als saubere B&B Herberge, sondern ist insbesondere ein idealer Ausgangsort für individuelle Spaziergänge zum Fischereihafen, zum nahen El Mina Castle und in die Stadt. Hier pulsiert das Leben, hier können Sie aus Ihrem Zimmerfenster Marktfrauen beim Fischeinkauf direkt am Hafenbecken beobachten und El Mina Castle als pittoresken Hintergrund für ein tolles Photo nutzen.
El Mina Castle und Cape Coast Castle repräsentieren den Beginn und Höhepunkt der kolonialen Epoche der Portugiesen und Engländer an der westafrikanischen Goldküste. Was als portugiesischer Handelsstützpunkt 1482 mit El Mina begann - "A Mina", die Miene, gilt als ältestes europäisches Gebäude südlich der Sahara - endete 1844 mit dem Sitz der britischen Kolonialverwaltung an der Goldküste im berühmt - berüchtigten Cape Coast Castle. Im Laufe von 400 Jahren änderten sich die Spielregeln: während die Portugiesen nach ihrer Ankunft mit dem Dorfältesten Kwamin Anso noch ein Schutzabkommen zu einem freien Goldhandel abschlossen, konzentrierte sich das Geschäftsinteresse im 17. Jahrhundert immer mehr auf den Sklavenhandel. 1637 wurde El Mina von den Holländern übernommen und in den transatlantischen Sklavenhandel einbezogen. Erst ab 1871, im Rahmen der Englisch-Holländischen Sumatra-Verträge, wehte der Union Jack in El Mina und symbolisiert für Afrika eine historische Epoche des "no return".
In den neunziger Jahren hat die ghanaische Regierung die Burgen renoviert und unter Museumsschutz gestellt. Beide Burgen sind seit 1979 von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. El Mina wurde auch bekannt als Drehort für Werner Herzogs "Cobra Verde". Im July 2009 besuchte Barack Obama die historischen Stätten.
14. TAG, Donnerstag, Der BOTANISCHE GARTEN VON ABURI (250 Km)
Am Vormittag Fahrt ins rund 250 Km entfernte Aburi.
Nur ein paar Kilometer von unserem Hotel entfernt öffnet der botanische Garten von Aburi seine Tore. Bis 1875 diente das 64 Hektar große Grundstück als Sanatorium für die Kolonialverwaltung bevor es 1890 der Öffentlichkeit zugänglich wurde.
Über eine von schlanken Königspalmen gesäumte Allee gelangt man ins Herz des Parks, wo ein 48 Meter hoher Seidenwollbaum aus Indien die Anlage schirmartig überragt. Er kann als Wahrzeichen des Gartens gelten. Zahlreiche Bäume und Sträucher aus aller Welt sind in einer gepflegten Parklandschaft angelegt. Kapokbäume aus der Sahelregion, über 150 Jahre alt, stehen neben "Monkey Pot Trees" aus Brasilien. Wachspalmen, Flaschenpalmen und Palmfarn, Flammenbäume, Tulpenbäume, Korallenbäume, Leberwurstbäume und Trompetenbäume sind ebenso anzutreffen wie Pfauenstrauch, Trompetenwinden und Blumenrohr. Besonders beeindruckend ist eine 30 Meter hohe Würgefeige, die ihr Opfer völlig aufgelöst hat und nun als hohles Skelett in den Himmel ragt. Der lokale Führer unternimmt mit uns einen Rundgang und gibt einen Überblick zur Vielfalt der tropischen Flora.
Übernachtung in Aburi, in einem neuen Hotel mit herrlicher Aussicht auf den im Tal dampfenden Regenwald.
15. Tag, Freitag, ACCRA (70Km)
Auf guter Teerstrasse geht es heute nach Accra, der Hauptstadt Ghana's. Das Stadtbild Accra's erregt nicht den Eindruck einer bald drei Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt. Hohe Glaspaläste und moderne Shoppingmails fehlen, dafür hat die Stadt ihren eigenen, afrikanischen Flair bewahrt. Die Zeugnisse der europäischen Kolonialzeit haben wir schon in El Mina und Cape Coast besucht, quirlige, bunte Märkte in Kumasi und Djenne, Gärten und Nationalparks in Aburi und Kakum - doch das Nationalmuseum in Accra hilft mit sehenswerten Ausstellungsstücken die Eindrücke unserer Reise durch Westafrika abzurunden: ausgestellt werden Ashanti - Goldgewichte, kleine Skulpturen in Gold, die für jedes Gewichtsmaß eine neue Form anbieten. Nicht weit davon kann man in Ruhe die prestigeträchtigen Sitze der Stammeshäuptlinge aus kunstvoll geschnitztem Holz besichtigen und natürlich darf eine Ausstellung zu den traditionellen Kente - Stoffen nicht fehlen. Aktuelle, zeitlich begrenzte Ausstellungen, auch länderübergreifend, warten als Überraschung auf uns.
Wir übernachten in einem Hotel direkt am Meer.
16. Tag, Samstag, Akosombo - Badou/ Togo (220 Km)
Wir verlassen Accra und erreichen nach rund 80 Kilometern auf guter Teerstrasse Akosombo, den flächenmäßig größten Stausee der Erde. Die über hundert Meter hohe und 660 Meter lange Staumauer nutzt die Gewässer der Roten, Weißen und Schwarzen Voltaflüsse zur Hochwasserregulierung und mittels sechs Turbinen zur Stromgewinnung. 1966 fertig gestellt, dient die Stromgewinnung nicht nur der wichtigen Aluminiumverhüttung. Strom wird auch bis in die Nachbarländer Togo und Benin verkauft und ist deshalb eine wichtige Einkommensquelle für Ghana. Nördlich von Akosombo fahren wir weiter entlang dem Voltastausee nach Kpandu und Hohoe und überschreiten kurz vor Badou die Grenze nach Togo.
Übernachtung in einem sehr einfachen Hotel am Rande der Kleinstadt.
17. TAG, Sonntag, Wasserfälle von Akloa - Lomé (180 Km)
Rund eine halbe Fahrstunde von unserem Hotel entfernt starten wir heute zu Fuß zu den Wasserfällen von Akloa. Der gut ausgebaute Weg führt über Brücken und Treppen durch einen immergrünen Regenwald. Kaffee - und Kakaoplantagen säumen den streckenweise steil aufwärts führenden Wanderweg entlang einem quirligen Bach. Wir entdecken Lianen, Orchideenbäume, Farne, Winden, Wunder - und Pfauensträucher. Schließlich erreichen wir ein wildes, natürliches Wasserbecken, das sich ideal zum Schwimmen eignet. Schnell ist die Badehose ausgepackt - welch herrliche Erfrischung inmitten einer paradiesischen Tropenvegetation!
Nach dem Mittagessen Weiterfahrt über eine kurvenreiche Höhenstrasse zurück in die feucht-tropischen Niederungen bis ins rund 250 Km entfernte Lomé. Unterbringung in einer komfortablen Herberge mitten in der Stadt direkt am Atlantikstrand.
18. Tag, Montag, Besuch von Lomé - Grand Popo/ Benin (75 Km)
Das Herz jeder gesunden afrikanischen Stadt sind die von Waren überquellenden Märkte, ihre selbstbewussten Marktfrauen und improvisierten Verkaufsstände. Lomé besitzt eine Menge davon. Der dreistöckige Zentralmarkt ist das Königreich der "Mama Benz", wie man die attraktiven, reichen Marktfrauen nennt, die zum Ausdruck ihres Sozialprestiges einen Mercedes fahren. Der Marché Bé dagegen ist das Zentrum der Voodoo-Priester und Fetischverkäufer. Wollen Sie keinen Liebesfetisch, fêtisch d'amour, erstehen? Dazu genügt es, den Fetisch in der Hand zu kneten, den Namen des Geliebten sieben mal hinein zu flüstern, den Geliebten dabei zu berühren und schon gehört der Geliebte Ihnen! Der Wirkungsgrad des Fetisch wird durch "Geldopfer", den Kaufpreis, aufgewertet: je teurer der Fetisch, desto besser wirkt er! Logisch, fantastisch einfach und wirkungsvoll!
Wir verlassen Lomé auf der "Marina" und fahren auf Sichtweite der weißen Atlantikstrände unter Kokosnusspalmen Richtung Osten. Gehöftartige Dörfer der Mina und Guin am Rande der Strasse leben hauptsächlich vom Fischfang, aus Erlösen der Palmwirtschaft und dem Gartenanbau. Größere Orte wie Togoville und Aného kombinieren in interessanter Weise koloniale Relikte mit sakralen Fetischsymbolen. Eine konstante, frische Meeresbrise verleiht der gemütlichen Provinz abseits der Hauptstadt entspannte Urlaubsstimmung.
Von Agbodrafo geht es mit flinken Pirogen über den Togosee ins historische Togoville. Hier unterschreiben am 5. Juli 1884 der Éwé-König Mlapa II. und Gustav Nachtigal, der Vertreter des Deutschen Reichs, den Protektoratsvertrag. Der Eintrag ins Goldenen Buch der Stadt beim Dorfchef ist ein Muss, Bilder von den Vorfahren und der Unterschriftszeremonie des Schutzvertrages sind ausgestellt und natürlich wird ein kleines Geschenk erwartet… Nicht weit stoßen wir auf die katholische Kathedrale. In einem Schrein liegt aufgebahrt die Jungfrau, die Anfang der achtziger Jahre auf dem Togosee wandeln sollte. Dieses Wunder soll den Papst 1986 zu einem Besuch Togovilles inspiriert haben. Zahlreiche Fetischaltare und Heiligtümer bezeugen trotz aller Missionsarbeit, dass der Ort auch weiterhin von Naturreligionen und Voodoo-Kult bestimmt ist.
Übernachtung in einer gepflegten Anlage mit Gebäuden aus der Kolonialzeit und herrlichem Sandstrand vor der Tür.
19. Tag, Dienstag, Ouidah - Zentrum des Voudou (35 Km)
Wir brechen am Vormittag auf nach Ouidah. Bis 1908, als in Cotonou der erste Landungssteg von den Franzosen gebaut wurde, gab es hier den einzigen Hafen des Landes. Doch die Bedeutung des verschlafenen, ja im Verfall befindlichen Ortes ist nicht wirtschaftlicher Art: Ouidah gilt als Zentrum des westafrikanischen Voodoo Kultes schlechthin.
Neben dem Voodoo Museum im alten portugiesischen Fort von 1721 und dem Python Tempel in der Stadtmitte besuchen wir mit einem einheimischen Führer einen heiligen Wald, der 1992 im Rahmen des alljährlich stattfindenden Kulturfestivals errichtet wurde. Hier soll sich Kpasse, ein Dorfchef, in einen Baum verwandelt haben, um Verfolgern zu entkommen. Ein riesiger, alter Irokibaum markiert die heilige Stätte, Gläubige bereichern die Stätte mit Opfergaben. Der lokale Guide führt uns durch eine Ansammlung von afrikanischen Gottheiten und Geistern und erzählt uns die Geschichte von faszinierenden Legenden und Mythen. Märchenstunde!
Am Nachmittag genießen wir die herrliche Urlaubsstimmung unserer Lodge am Atlantikstrand. Ihr Blick schweift bis zum Horizont über das blaue Meer und sie spüren die erfrischende, von Salz getränkte Meeresbrise. Unternehmen Sie eine Wanderung entlang dem endlos weiten Sandstrand oder reservieren Sie sich einen Strandkorb zum Sonnenbad. Der Swimmingpool gehört Ihnen und die Küche ist eine der besten im Benin für Fisch, Langusten und Garnelen. Das Leben genießen bevor es morgen zurück ins winterliche Europa geht!
20. Tag, Mittwoch, Die Fischgärten von Ganvie - Cotonou und Rückflug nach Europa (60 Km)
Eine gut ausgebaute Teerstrasse führt uns nach Ganvie (rund 35 Km), dem flächenmäßig größten Dorf West-Afrikas und von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Aus Palmrippen und Blättern errichtete Pfahlbauten erstrecken sich kilometerweit über die seichten, grau-grünen Gewässer des Nokoué Sees östlich von Cotonou. Mit einer Piroge gleiten wir über systematisch angelegte Planzungen, die den See parzellenartig aufteilen. Wir haben die so genannten "Akadjas" vor uns, Fischgärten, in denen sich die Fische wie in einem Labyrinth verirren und von den Einwohnern Ganvie's nicht nur leicht gefangen, sondern auch gezüchtet werden. Die raffinierte Fischfangtechnik der Tofinu ist historisch relativ jung. Als im Rahmen des Sklavenhandels die Könige von Abomey Stammesminderheiten aufreiben, um sie an die Portugiesen zu verkaufen, flüchteten die Vorfahren der Tofinu auf den See, um den Raubzügen ihrer Nachbarn zu entkommen. Den Kriegern der Dan-Homey Dynastie aber waren Attacken auf Wasser aus religiösen Gründen verboten! "Gan" heißt in der Tofin -Sprache soviel wie "wir sind gerettet", "vie" soviel wie Gemeinschaft. Mit der Fischgartenwirtschaft haben die Tofinu aus der Not eine Tugend gemacht und sich bis heute eine stammeseigene Erwerbsgrundlage erhalten.
Ab Mittag Weiterfahrt ins nahe Cotonou. Vom Fon-König Yekpé Zinsou aus Abomey im Jahre 1830 gegründet, ist die relativ junge Stadtgründung Cotonou heute durch ihre zentrale Lage zwischen Atlantik und Landesinnere zum dynamischen Wirtschaftszentrum Benins mutiert. Von acht Millionen Beninern leben heute über eine Million in der Metropole. Der "Marché Dantokpa" ist das wirtschaftliche Herz Cotonou's, hier pulsiert das Leben wie in einem Hexenkessel und wir müssen fürchten, uns in diesem Gewirr von Waren und Menschen zu verlieren. Wir spüren ein letztes Mal die Vibration des Subkontinents Westafrika, bevor es am Abend zum Flughafen geht!
Rückflug am Abend mit Air France oder Brussels Airline nach Europa.
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