Mali Komfortreise

...nach Timbuktu, Djenne, Dogon, Segou und Mopti


Komfortable Hotel-Reise durch Mali

Programmübersicht

1. TAG, SO BAMAKO
ANKUNFT MIT AIR FRANCE ODER BRUSSELS AIRLINES, HOTELTRANSFER
MANDÉ HOTEL ***  
-/-
2. TAG, MO BAMAKO
ORTBESUCH
MANDÉ HOTEL ***  
F/A
3. TAG, DI TIMBUKTU
INLANDFLUG NACH TIMBUKTU, ORTBESUCH
LE PALMERAIS ***  
F/A
4. TAG, MI MOPTI
INLANDFLUG NACH MOPTI UND ORTBESUCH
HOTEL KANAGA***
F/A
5. TAG, DO BANDIAGARA 160 KM
PINASSENFAHRT AUF DEM NIGER VON MOPTI NACH KONNA (VS)
HOTEL LA FALAISE **
F/A
6. TAG, FR BANDIAGARA 35 KM
TAGESEXKURSION NACH TELI/ DOGONLAND
HOTEL LA FALAISE **
F/A
7. TAG, SA BANDIAGARA 70 KM
TAGESEXKURSION NACH NIONGONO/ DOGONLAND
HOTEL LA FALAISE  **
F/A
8. TAG, SO DJENNE 180 KM
DIE FELSMALEREIEN VON SONGHO
HOTEL DJENNEDJENNO  **
F/A
9. TAG, MO DJENNE
MONTAGSMARKT
HOTEL DJENNEDJENNO **
F/A
10. TAG, DI TERIYABOUGOU  200 KM
BESUCH DES ENTWICKLUNGSPROJEKTES "BERNARD VERSPIEN"
HOTEL TERIYA **
F/A
11. TAG, MI SEGOU  120 KM
ORTBESUCH VON SEGOU
HOTEL AUBERGE **
F/A
12. TAG, DO SEGOU
BESUCH DER HANDWERKSSTÄTTEN
HOTEL AUBERGE **
F/A
13. TAG, FR BAMAKO 230 KM
NATIONALMUSEUM
MANDÉ HOTEL***
F/A
14. TAG, SA BAMAKO 80 KM
TAGESAUSFLUG IN DIE MANDINGBERGE/ SIBY - KAMADJAN BOGEN, RÜCKFLUG NACH EUROPA
MANDÉ HOTEL ***  
F/A



REISECHARAKTER - AKZENTE SETZEN

Unsere Rundreise beginnt mit einem dreistündigen Inlandflug von Bamako nach Timbuktu. Hierdurch reduziert sich die auf dem Landweg zu fahrende Entfernung von rund 2600 Kilometern auf 900 Kilometer! Dafür verbleibt uns mehr Zeit für Besuche und Ausflüge. Verweilen statt Eilen - das ist die Devise dieser Reisevariante durch Mali!

Sorgfältig ausgesuchte Hotels, die besten am Platz, tragen ihren Teil dazu bei, unsere Komfortreise möglichst angenehm zu gestalten. An vier Orten nächtigen wir zwei Nächte und mehr und vermeiden so das wiederholte Kofferpacken und stete Umziehen. Wir nutzen auf der Überland - Rückfahrt nach Bamako unsere Unterkünfte schwerpunktmäßig als Ausgangsbasis für Tagesexkursionen mit dem Kamel in die Wüste, für Geländefahrten ins Dogonland, für einen Rundgang zum Montagsmarkt in Djenne und für eine Pinassenfahrt ins Niger-Binnendelta. Komfort und Abenteuer - die wundervolle Symbiose unserer Hotel - Rundreise.


TAGESPROGRAMM

1. Tag, Sonntag - Ankunft in BAMAKO

Unser Reiseleiter begrüßt Sie am Flughafen Bamako - Sénou. Nach den Einreiseformalitäten und einer rund zwanzigminütiger Fahrt in die Stadt erreichen Sie mit unserem Transferbus das Hotel.

MANDÉ HOTEL *** -/-


2. Tag, Montag - BAMAKO, die "Stadt der Krokodiltümpel"

Nach dem Frühstück unser Tages - Briefing: Die Uhrzeit wird angepasst, Euros können in die örtliche Währung FCFA getauscht werden, die Zeiteinteilung des morgigen Tages, Bekleidungsratschläge und Einkaufsgelegenheiten werden bekannt gegeben. Wir wollen es gemütlich angehen lassen und uns langsam an die trocken-heißen Temperaturen akklimatisieren.

Die Hauptstadt Malis, malerisch am Niger Ufer gelegen, zählt rund 1,5 Million Einwohner. "Bamma Kô" bedeutet in der Malinke-Sprache "Krokodiltümpel". Das Krokodil steht bei vielen sudanesischen Völkern als Totemtier in hoher Achtung und darf nicht getötet werden. 1908 avanciert Bamako anstelle von Kayes zur Hauptstadt der Kolonie des neu geschaffenen "Französischen Sudan" und behält seine Hauptstadtfunktion nach der Unabhängigkeit im Jahre 1960 bei.

Im Stadtzentrum östlich der Kathedrale gelangt man zum neu erbauten "Marché Rose", der größten Sehenswürdigkeit in Bamako. Auf den Markt treffen sternförmig mehrere belebte Strassen. Durch die Eckportale im neosudanesischen Stil mit ihren Pfeilern und Zinnen gelangt man, vorbei an überladenen Ständen mit Textilien, orientalischen Parfüms und billigem Schmuck in das Innere der Markthalle, wo sich der Handel mit Artikeln des täglichen Bedarfs abspielt. Wer indes gewebte Decken der Peul, Lederarbeiten der Tuareg oder "Pagnes" der Frauen vom Lande (Bambara, Dogon) erstehen will, der ist mit dem Handwerkerzentrum nahe der Großen Moschée gegenüber der "Assemblé Nationale" besser beraten. Wegen ihrer Ursprünglichkeit und überquellenden Fülle erscheinen die Märkte dem Besucher wie Überbleibsel aus der Blütezeit des alten Malireiches.

Am Spätnachmittag kommen wir zurück in unser Hotel. Dort bietet sich eine einstündige Flussfahrt auf dem Niger entlang der Skyline von Bamako an (Option), unter den beiden Brücken hindurch, der untergehenden Sonne entgegen. Ein romantisch-ruhiger Ausklang nach einem hektisch-heißen Marktbesuch!

MANDÉ HOTEL *** F/A


3. Tag, Dienstag - TIMBUKTU

Ankunft mit dem Inlandflug am Dienstag gegen 10:00 in Timbuktu. Hoteltransfer und Ortbesuch am Nachmittag mit einem lokalen, englischsprachigen Guide.

Timbuktu, die bis 1890 für "Ungläubige" verbotene Stadt, hat für Europäer bis heute einen legendären Ruf. Eine Reise nach Timbuktu gilt als Abenteuer "bis ans Ende der Welt" oder gar als "Fahrt in die Hölle". Bis zum 19. Jahrhundert scheint das gerechtfertigt, denn zwischen dem 16. Jahrhundert und 1853 versuchen mindestens 43 Abenteurer und Entdecker die Stadt zu betreten - gerade vier von ihnen gelingt es. Ein wahres Rennen auf Timbuktu setzt ein, als die Geographische Gesellschaft 1824 in Paris jenem Entdecker 10.000 Goldfranken verspricht, der als Erster lebendig von der Stadt zurückkehrt und einen glaubhaften Bericht von den dortigen Zuständen liefern kann.

Wir besuchen die ehemaligen Wohnhäuser der drei großen Entdecker René Caillée, Heinrich Barth und Oskar Lenz. Barth's Haus ist mit finanzieller Hilfe des Deutschen Auswärtigen Amtes und des Heinrich-Barth-Instituts in Köln als lebendige Gedenkstätte renoviert. Abd al-Karim (Pseudonym Barths) bekam dieses Haus von seinem damaligen Freund und Beschützer Scheikh al-Baqgau zur Verfügung gestellt, durch die Bilder - Dokumentation führt uns ein einheimischer Bewohner des Hauses.

Wir betreten auf unserem Stadt-Rundgang am Vormittag die Djinguerè-ber-Moschee, 1327 von einem andalusischen Architekten, Es-Saheli, erbaut und von König Kankan Moussa in Auftrag gegeben. Weiter im Norden stoßen wir auf die Sankoré-Moschee, die ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert in ihrer Eigenschaft als bekannte theologisch-juristische Universität hatte. Aus dem frühen 14. Jahrhundert schließlich stammt die Sidi-Yahya-Moschee. Sie wurde auf Grund einer Prophezeiung des Marabouts El-Mokhtar Hamdallah errichtet. Angeblich war die Ankunft eines Heiligen in Timbuktu zu erwarten. Jahrzehnte später durchquert der marokkanische Chérif Sidi Yahya die Wüste und fragt in Timbuktu nach den Schlüsseln. Daraufhin wird er zum Imam der Moschee erklärt und ist heute einer der 333 Heiligen der Stadt.

Überzeugen Sie sich selbst davon, was es mit dem Geheimnis umwitterten Timbuktu auf sich hat, am besten in der reichen Schriftensammlung des Centre Ahmed Baba. Oder wollen Sie einfach mal ganz alleine durch die Gassen Timbuktus wandeln und sich an Heinrich Barth erinnern, der vor ca. 150 Jahren nach seiner langen Reise unter unvorstellbaren Entbehrungen und mit höchstem Lebensrisiko diese Stadt endlich erreichte? Das Mysteriöse und Mythische lässt sich mit Sicherheit nicht in Worte fassen. Lassen Sie sich stattdessen vom Flair der Stadt inspirieren! Rückflug nach Mopti am Mittwochmorgen. Dort Ortbesuch gemeinsam mit der "Mopti-Gruppe".

HOTEL LA MAISON *** 2x F/A


4. Tag, Mittwoch - MOPTI, das "Venedig des Sudan"

Ankunft mit Inlandflug in Sevare/ Mopti gegen 9:00 morgens. Transfer nach Mopti (10 Km).

Das Gewimmel von Menschen und Transportmitteln verleiht Mopti im Herzen des Niger-Binnendeltas eine einzigartige Atmosphäre. Täglich landet hier eine Vielzahl von motorisierten Pinassen und gestakten Pirogen mit Handelsprodukten an. Darunter das Sahara-Salz, das die Kamelkarawanen von Taoudenni nach Timbuktu bringen, von wo es auf Pinassen auf dem Niger Mopti erreicht. Im nördlichen Teil des Marktes werden die in der Sonne glitzernden Salzplatten zersägt und die beste Qualität als Speisesalz verkauft. Daneben erhält man Produkte des täglichen Bedarfs wie Hausrat, Möbel, Matratzen, kunstvoll geflochtene Strohmatten, Berge von Gewürzen, Kernseife und Henna und Zaubermittel aus den südlichen Savannen.

Bestellen Sie sich ein kühles Getränk in der berühmten Bar Bozo und genießen Sie von dort einen Blick auf das bunte Leben im Pinassenhafen, wo schwere Ballen von geräuchertem Fisch angelandet werden, Männer und Frauen sich in aller Ruhe neben eingeseiften Schafen waschen und Kinder mit selbst gebastelten Flugzeugen aus Konservendosen spielen. Im Hintergrund gibt die Moschee insbesondere in den frühen Abendstunden ein ideales Photomotiv der Szene ab. Das Leben Malis präsentiert sich hier wie auf einer Filmleinwand.

Neben dem Eingang zur Bar Bozo arbeitet eine Pinassenwerft. Die kiellosen Holzboote werden entlang den Spannten aufgeplankt, wobei die grob geschnittenen Hartholz-Bretter in der Mitte geklammert werden. Interessant ist dabei zuzusehen, wie Schmiede vor Ort die Nägel und Krampen aus Eisenschrott schmieden. In einem Land ohne nennenswerte industrielle Produktion muss man sich zu helfen wissen!


5. Tag, Donnerstag
NIGER - PINASSENFAHRT auf der Lebensader Mali's

Direkt vor unserem Hotel erwartet uns eine traditionelle Pinasse zu einer Flussfahrt ins rund 50 Kilometer entfernte Konna. Pinassen sind zehn bis dreißig Meter lange Flachbodenboote aus dem hartem Holz des Cailcedrat - Baumes, ausgestattet mit festen Sitzbänken, einem Strohdach und einem Außenbordmotor.

Im Binnendelta gibt es keine angenehmere Art des Reisens als mit einer traditionellen Pinasse. Stets weht eine angenehme, erfrischende Brise, wir haben Zeit, in Ruhe Photoaufnahmen von Dorfszenen am Ufer oder von der Vogelwelt zu machen. Die Vielfalt der Vogelwelt ist hier beeindruckend. Es zeigen sich blau gefiederte Eisvögel, weiße Kuh - und Fischreiher, Seeadler, schwarze Milane, Webervögel und Bussarde. Auf flachen Sandbänken stellen Kormorane ihr Gefieder zum Trocknen auf. Riesige Rinderherden der Peul-Hirten bevölkern die nahrhaften Uferzonen. Zur richtigen Jahreszeit, zwischen November und Februar, treiben die Hirten auf ihrer Wanderung Hunderte von Tiere ins Wasser, schwimmen ihnen hinterher, um am anderen Ufer den Weg fort zu setzten - das wilde Gebrüll der Rinder, das Anpeitschen und Schreien der Hirten wird zu einem unvergesslichen Erlebnis. Am Ufer des Flusses der Flüsse leben die Bozo. Sie sind Fischernomaden und ziehen je nach Wasserstand dem Fischreichtum des Flusses hinterher. Beim Besuch ihrer Strohhüttendörfer lernen wir ihre Fischfang - und Konservierungsmethoden kennen.

Bei kalten Temperaturen im Januar und Februar kommt sogar das Flusspferd aus dem Wasser, um sich die dicke Haut in der Sonne aufzuwärmen. In Kottaka besuchen wir eine der schmucken, mit viel Liebe aufgebauten Lehmbaumoscheen, die überall wie kleine Schlösschen aus "Tausend und einer Nacht " aus den Uferdörfern hervorragen. Sie sind Ausdruck eines tiefen islamischen Glaubens, der dieser armen Flussbevölkerung Zufriedenheit und Zuversicht gewährt.

Am Spätnachmittag Überlandfahrt ins rund 120 Km entfernte Bandiagara, wo wir übernachten werden.

HOTEL LA FALAISE ** F/ A


6. und 7. Tag, Freitag - Samstag
Geheimnisvolles DOGONLAND

Im Zuge der gewaltsamen Islamisierung hat sich das animistische Volk der Dogon zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert in den zerklüfteten Steilabfall (franz. Falaise) von Bandiagara geflüchtet. Erst durch die ethnologischen Studien von Marcel Griaule in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die Dogon der Außenwelt bekannt. Ihren vom Ahnenkult bestimmten Glauben haben die Dogon bis heute bewahrt. Auch heute noch erlebt der Besucher "überall eine erstaunliche Religiosität, das Heilige schwebt in jedem Winkel, alles erscheint weise und schwer" (Michael Leiris 1932). Die Einteilung der Felder, der Bau und die Himmelsrichtung der Palaverhütten, die Aufteilung der Wohnhäuser, die Anordnung der Türen, Decken, Terrassen, Nischen und Balken - alles ist Ausdruck der religiösen, mythologischen Anschauung der Dogon.

Am Freitag erkunden wir den südlichen Teil der spektakulären Falaise von Bandiagara (rund 30 Km) und besuchen die Dörfer Djiguibombo, Teli, Enndé die seit ihrer Entdeckung durch die ersten französischen Ethnologen nichts von ihrer Authenzität verloren haben. Hier erleben wir auf unserer Wanderung die Ahnenhäuser, Fetischaltäre, Toguna - Palaverhütten und Hogonhaus-Fassaden aus nächster Nähe. Wir erkennen sogar die an der Felswand herunterhängenden Seile, mit der die Toten in die Grabstätten hinaufgezogen werden.

Auf einer unbefestigten Piste geht es am Samstag durch die karge Trockensavanne ins rund 25 KM entfernte Niongono. Der Ort ist ein typisches Beispiel für die Bauweise der Dogon im 12. und 13. Jahrhundert, als die animistische Bevölkerung vor den islamischen Reiterheeren floh und zu ihrem Schutz Siedlungen hoch oben auf dem Plateau eines Berges zu errichten suchte. Die Felskuppendörfer haben bis heute festungsartigen Wehrdorfcharakter und sind nur zu Fuß begehbar. Nach der Befriedung ist Niongono langsam "herunter gewachsen", d.h. die älteren Wohnhäuser stehen auf den Bergkuppen, die jüngeren nahe der Ebene. Fensterlose, geschlossene Bauten aus Lehm und kunsthandwerklich betonte Schloss und Riegel betonen bis heute die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber allem Fremden. Hinzu kommt, dass der Ort von Touristen nicht häufig aufgesucht wird, weil er in den literarischen Reiseführern selten aufgeführt wird. Machen Sie sich also auf ein recht authentisches Erlebnis gefasst!

2x HOTEL LA FALAISE 2x F/A


8. und 9. Tag, Sonntag - Montag
Die Tausendjährige Lehmbaustadt DJENNE

Wir verabschieden uns heute vom Dogonland mit einem Besuch der Grotten von Songho. Der Ort ist ein traditioneller Initiations- und Beschneidungsplatz für heranwachsende Knaben, die hier nach uralten Riten in die Altersklasse der Erwachsenen aufgenommen werden. Die auf den Fels gemalten Abbildungen dienen den schriftlosen Dogon als Sinnbilder des geheimen, religiösen Wissens. Die Dogon halten sie für älter als den Kosmos.

Nach einer rund zweistündigen Fahrt überqueren wir mit einer Fähre den Banifluß und erreichen nach rund 180 Km Djenne.

Djenne ist nicht reich an Geschichte. Djenne ist Geschichte! Wer die mittelalterlich anmutende Stadt vor Einsetzen des hektischen Markttreibens am Sonntag erkundet und wer sich in den engen Gassen zwischen den aus Flusslehm erbauten Quaderbauten Zeit lässt, verweilt und besinnt, der wird sich angesichts der zahlreichen historischen Zeugnisse und der ursprünglichen Lebensweise der Einwohner in einem lebendigen Freilichtmuseum wähnen! Kenner Afrikas charakterisieren Djenne deshalb als unübertroffenes Beispiel einer bis heute authentisch lebenden Sahelstadt. So, wie Sie die Stadt heutzutage erleben, soll es vor Jahrhunderten überall in der Binnendelta Landschaft des Niger zugegangen sein! Aus diesem Grunde ist Djenne Weltkulturerbe der UNESCO.

Während des Wasserhöchststandes des Baniflusses ist Djenne eine Flussinsel und genießt eine ausgezeichnete Schutzlage. Die Insellage der Stadt garantiert den Baustoff der Lehmhäuser und Moscheen und ist zugleich auch Grund der traditionellen wirtschaftliche Verflechtung mit der "Zwillingsstadt" Timbuktu: Auf Pinassen gelangten vor allem Gold und Sklaven nach Norden und wurden eingetauscht gegen das so wichtige Saharasalz aus den Tagesabbaustätten von Taoudenni.

Im Herzen der Stadt liegt die weltgrößte Lehmmoschee aus dem Jahre 1907/08. Der quadratische Rechteckbau mit seinen Portaleingängen, Zinnen und Türmen ist das größte Lehmbauwerk der Welt. Die Fassade ist durch nach vorne versetzte Minaretttürme gegliedert, die von den charakteristischen Holzbalkenbündeln der sudanesischen Lehmmoscheen geprägt sind. Alle drei Türme enden in von Straußeneiern gekrönten Zinnen. Straußeneiern werden im gesamten westafrikanischen Sahel magische Abwehrkräfte nachgesagt. Wir unternehmen am Sonntagnachmittag einen geführten Stadtrundgang durch diese noch weitgehend von modernen Einflüssen verschonte Sahel-Stadt.

Montag - wöchentlicher Markttag in Djenne! Machen Sie sich gefasst auf "Afrika pur"! Vor der Stadt sieht man aus allen Himmelsrichtungen bunte, beladene Eselskarren herbeiströmen, stellvertretend für das Bild eines ländlichen, traditionellen Mali. Doch das Zentrum aller Aktivitäten entfaltet sich heute auf dem freien Platz vor der großen Lehmbaumoschee. Hier werden alle Produkte der Region in einem kaum zu übertreffenden Markszenario angeboten. Okra-Schoten, Tamarinden, Baobabblätter, Malvenblätter, geräucherter Fisch, Chilischoten, getrocknete Zwiebeln und Tomaten, Feigen, Mangos usw. werden korbweise von schwitzenden Marktfrauen aufreißerisch feilgeboten. Der Markt gleicht einem Ameisenhaufen. Die Tagestemperaturen liegen bei 40°C und die staubige Luft wird bei Ihnen das Gefühl verstärken, sich in einem Hexenkessel aufzuhalten. Das ist echtes, traditionelles Afrika! Schießen Sie ein Photo von der Marktfrau mit einem Korb voller Tamarinden auf dem Kopf, im Hintergrund die berühmte Lehmbaumoschee - wer wird Sie in Europa nicht um diesen Augenblick beneiden? Trotz Hitze, Staub und drängender Menschenmassen?

2x HOTEL DJENNE DJENNO 2x F/ A


10. Tag, Dienstag
TERIYABOUGOU - Hilfe zur Selbsthilfe

Früh morgens Start von Djenne nach Teriyabougou (200 KM). Der am Bani Fluss gelegene Ort ist bekannt durch das Entwicklungsprojekt des französischen Paters Bernard Verspieren. Hier ist seit Mitte der sechziger Jahre durch das modellhafte Zusammenwirken von wirtschaftlicher Produktion und dem parallelen Aufbau sozialer Einrichtungen ein Projekt entstanden, das auch nach dem Tod seines Begründers von der Bevölkerung in eigener Regie fortgesetzt wird.

" Association d'Entraide pour le Développement Rural " und " Mali Aqua Viva " haben zusammen über 4000 Tiefenbrunnen gebohrt und haben damit einem von zehn Maliern zu Trinkwasser verholfen. 200.000 Eukalyptus Bäume wurden gepflanzt und können heute als wieder verwendbare Energie genutzt werden. Obstgärten mit Mangos und Zitrusfrüchten inklusive Bewässerungssystemen wurde angelegt. Mehrere medizinische Nothilfestationen wurden eingerichtet, zwei Säuglingsheime und eine Werkstatt für orthopädische Prothesen wurden geschaffen. In Fani, Nanpasso, Ban Markala und Teriya Bugu wurden Schulen gebaut und Jugendhäuser installiert, um der bäuerlichen Abwanderung in die Städte entgegenzuwirken.

Wir unternehmen am Nachmittag eine eingehende Besichtigung zusammen mit einem ansässigen Dorfmitglied. Stellen Sie Fragen zur Entwicklungshilfe in Afrika - hier sind Sie nicht als stiller Beobachter, hier sind Sie als Diskussionsteilnehmer gefordert! Werden die Bewohner von Teriyabougou einmal ohne Fremdhilfe auskommen und eigene Wege der Entwicklung gehen können? Nach einer hitzigen Diskussion kommt eine Abkühlung im hoteleigenen Swimmingpool sicherlich gelegen ...

HOTEL TERIYABOUGOU, F/ A


11. und 12. Tag, Mittwoch und Donnerstag
SÈGOU - Königstadt der Bambara

Am Mittwochmorgen Fahrt ins rund 120 Km entfernte Ségou.

Wir unternehmen einen ausgedehnten Rundgang durch die ehemalige Residenzstadt der Bambara - Könige (17. -19. Jahrhundert). Ab 1880 gehörte Ségou zur Kolonie des französischen Sudan. Die Gebäude des "Office de Niger" und das " Hôtel de Ville" repräsentieren den neu-sudanesischen Baustil des kolonialen Ségou.

Das Stadtbild des alten, afrikanischen Ségou wird vom einstöckigen Rechteckhaus mit Flachdach dominiert. Die aus rotem Flusslehm erbauten Kastenhäuser sind charakterisiert durch diagonal zur Hauswand angesetzte Mauerstützen, die keine durchgehende vertikale Fassadengliederung bewirken. Stellvertretend für diesen Baustil kann das Wohnhaus der Familie Thiam gelten, das mit seinen Spitzbogennischen und imposantem Zinnenschmuck wohl das letzte architektonische Dokument der hoch stehenden Palastbauweise Ségou`s darstellt.

Wir beenden unseren Rundgang im Schatten von riesigen Kapokbäumen, die alleeartig die Uferböschung des Nigerflusses säumen. Als erster Europäer trifft Mungo Park 1795 vom Senegal her kommend auf die Stadt am "Djoloba". Endlich kann der Schotte der African Society von der West-Ost Richtung des Nigerstromes berichten. Ségou ist deshalb ein denkwürdiger Ort in der Entdeckungsgeschichte Afrikas. Angesichts unseres heutigen Reisekomforts sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass der Entdecker seine Erkenntnis vor nur rund 200 Jahren an den Stromschnellen des Niger bei Bussa (Nigeria) noch mit dem Leben bezahlen musste.

Am Donnerstag werden wir die handwerkliche Seite der aufstrebenden Kleinstadt kennen lernen. Auf dem Programm steht eine Teppichweberei, die von einer Fraueninitiative ins Leben gerufen wurde, eine Ausstellungs - und Werkstätte für Bogolanstoffe und eine kleine Pinassenfahrt zu einem Töpferdorf, wo wir hoffen, der wöchentliche Brennerei der Töpferwaren beiwohnen zu können. Das Abendessen nehmen wir heute Abend nicht im Hotel ein. Heute Abend wollen wir Sie mit etwas besonderem überraschen!

2x HOTEL AUBERGE 2x F/ A


13. Tag, Freitag
BAMAKO

Heute geht es auf einer rund vierstündigen Fahrt mit gelegentlichen Stopps auf guter Teerstrasse zurück nach Bamako (250 Km). Die Strecke führt durch traditionelle Hirse - und Baumwollfelder. Riesige, vereinzelt stehende Baobabbäume lockern die parkähnliche Kulturlandschaft auf. Die dominierende Volksgruppe der Bambara siedelt hier in kleinen, dezentral organisierten Lehmbaudörfern, die noch nicht an ein zentrales Strom - und Wasserversorgungsnetz angeschlossen sind.

Nach Ankunft in Bamako steuern wir direkt das Nationalmuseum an. Das neu errichtete Gebäude ist weit über seine Landesgrenzen bekannt. Es weist unter Verwendung von lokalem rötlichen Sandstein und gelbem Lehm eine vorzügliche Raumgliederung und Beleuchtung auf. Neben einem Überblick über die reiche prähistorische Vergangenheit Malis trifft der Besucher auf Ausstellungen, beispielsweise eine Textilabteilung mit fast lückenloser Übersicht zur Vielfalt der nomadischen Deckenwebkunst der Fulbe und Tuareg. Das Museum überrascht auch mit aktuellen Ausstellungen malischer Künstler, die dem europäischen Besucher noch unbekannt sind.

Gegen 16:00 erreichen wir unser bekanntes Hotel direkt am Niger gelegen.

MANDÉ HOTEL F/A


14. Tag, Samstag - Tagesausflug in die Mandingberge

Nach einem ausgiebigen Buffet-Frühstück und einem frühen Bad im Swimmingpool besteigen wir gegen 10:00 unsere Fahrzeuge und durchqueren die von Verkehr brodelnde Millionenstadt. Unser erstes Ziel ist der Air France Pre-Check-In Schalter, wo wir unser Hauptgepäck abgeben und die Boarding Card für den heutigen Abendflug erhalten.

Von unserem Hauptgepäck gefreit, geht es weiter Richtung Westen ins rund 50 Km entfernte Siby, ein kleines Dörfchen am Fuße der steil aufragenden Manding-Berge gelegen. Die Landschaft beeindruckt durch bizarre Felserosionen: ein mahnender Zeigefinger, der "Amboss von Niékema", trohnt über dem Örtchen, ein warnendes Zeichen für die Feinde von Sundiata Keita, dem Gründer des großen Mali-Reiches? Die "Arche de Kamadjan", ein einhundert Meter hoher, imposanter Felsbogen, umspinnt die Überlieferung von einem sagenhaften Schwert Sundiata Keita's, das am Vorabend einer wichtigen Schlacht das harte Gestein der Mandingberge durchstossen hat. Hier liegt die Gründungslegende des heutigen Staates Mali verborgen!

Unsere etwa dreistündige Wanderung führt zuerst am Fuß des mächtigen Felsmassivs entlang, durch üppige Mango-Haine, fruchtbare Kürbis-Felder und kleine ursprüngliche Dörfer mit typischen afrikanischen Rundhütten, vorbei an jahrhundertealten Hochöfen aus Lehm, Zeugen einer Eisengewinnung aus vergangenen Tagen. Ein kurzer, moderater Aufstieg bringt uns direkt unter den beeindruckenden Kamandjan-Felsbogen mit einem herrlichen Ausblick in das Niger - Flusstal.

Zurück im Städtchen statten wir dem "Maison de Karité" einen Besuch ab und werden eingeweiht in die Geheimnisse der Karitébutter - Herstellung. Karitébutter, oder auch Shea-Butter genannt, ist ein wichtiger Bestandteil der malischen Küche, sie gilt aber auch als Basisprodukt in der Kosmetik, in der Medizin und bei der Holzkonservierung. Die dunkelbraunen, ölhaltigen Fruchtkerne werden vom Fruchtfleisch gelöst, geröstet und zerstampft und der daraus entstehende Brei wird nach traditionellem Verfahren aufgekocht. Schließlich beginnt der aufwändige Prozess der Öl-Abschöpfung. Die zu Kugeln geformte, weiß-gelbliche Butter wird überall auf den Märkten in Mali verkauft.

Am Spätnachmittag fahren wir zurück nach Bamako in unser Hotel, wo uns bis 20:00 Tageszimmer zum Umkleiden und für eine letzte Dusche zur Verfügung stehen. Nutzen Sie ein letztes Mal die Annehmlichkeit eines Swimmingpools bei warmen Tagestemperaturen, bevor Sie ins winterliche Europa zurückfliegen! Das gemeinschaftliche Abendessen nehmen wir in der Stadt in einem afrikanischen, sehr dekorativ eingerichteten Restaurant ein, bevor es gegen 21:30 zum Flughafen geht.

MANDÉ HOTEL (DY) F/A




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NOMADE VOYAGE
Ammadou Sangaré und Juan Dobler ~ Reiseleitung und Tourenveranstaltung ~ Bamako, Mali, Westafrika
 
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